„Wohlzutun und mitzuteilen vergesst nicht; denn solche Opfer gefallen Gott wohl!“ (Hebräer 13,16)
In diesem Monat haben wir durch Gottes Gnade und dank Ihrer Gebete und Unterstützung 29 Überlebende des Holocaust besucht. Eine besondere Reise führte uns in den Norden, nahe der Grenze zum Libanon. Dort sahen wir acht Überlebende in Maʿalot wieder. Erneut waren wir von ihrem Mut beeindruckt. Niemand von ihnen hatte während der jüngsten Eskalation auch nur daran gedacht, den Ort zu verlassen.
Sima sprach wohl für viele, als sie uns sagte: „Ich habe keine Angst, von einer Rakete getötet zu werden. Sobald die Sirene ertönt, bete ich für meine Kinder, dass Gott sie beschützt. Und ich bete um Frieden – für unser Land und für die ganze Welt.“
Wir besuchten auch Überlebende in Kiryat Ata, Netanya, Ashdod, Lod, Ramla und Rishon LeZion. Dabei erfuhren wir immer wieder Neues über das Leben unserer Freunde. So erzählte man uns, dass Romans Frau früher Französisch unterrichtete und die Sprache noch immer fließend spricht. Ihr Sohn wurde später Leiter des örtlichen Zoos. Es berührte uns zu hören, wie sehr er schon als Kind Tiere liebte und sein ganzes Leben darauf ausrichtete, die Natur kennenzulernen und für ihre Geschöpfe zu sorgen.
Doch dieser Monat brachte auch eine schmerzliche Nachricht: Wir mussten zwölf Namen aus unserer Datenbank entfernen. Hinter jedem dieser Namen stand ein wertvoller Mensch, ein Überlebender des Holocaust und ein lieber Freund, der verstorben ist. Das gehört zu den schmerzlichsten Seiten unserer Arbeit.
Wir wissen, dass jedes Leben einmal endet. Doch dieses Wissen macht den Abschied nicht leichter. Einen Freund zu verlieren ist immer schwer, ganz gleich, wie alt er geworden ist. Und jeder Abschied erinnert uns daran, wie kostbar jeder einzelne Besuch ist.
Lev aus Netanya wurde in diesem Jahr 101 Jahre alt. Seit 15 Jahren lebte er ohne Beine und wurde von seiner jüngeren Frau liebevoll versorgt. 24 Jahre Freundschaft verbanden uns mit den beiden.
Schon bei unserem ersten Besuch empfingen sie uns herzlich und erzählten uns ihre Geschichten. Nachdem Lev infolge einer Operation seine Beine verloren hatte, konnten wir ihm zu einem geeigneten Rollstuhl verhelfen. Mehr als einmal besuchten wir ihn im Krankenhaus. Die beiden wurden Teil unseres eigenen Lebens.
Als wir vor Kurzem anriefen, um den nächsten Besuch zu vereinbaren, erfuhren wir zu unserem Entsetzen, dass beide innerhalb desselben Monats verstorben waren.
Jeder Besuch zählt. Jeder Anruf zählt. Jede Karte, jedes Gebet und jede Geste der Zuwendung zählt. Wir können die Zeit nicht anhalten. Aber wir können die Jahre, die unseren Freunden noch bleiben, mit Würde, Freundschaft und Wärme füllen – und ihnen die Gewissheit geben, dass jemand an sie denkt.
Sie sollen wissen, dass ihre Geschichten nicht vergessen sind und dass einer jüngeren Generation so viel an ihnen liegt, dass sie sich dafür einsetzt, eine Wiederholung der Geschichte zu verhindern.
Danke, dass Sie uns bei dieser wichtigen Arbeit zur Seite stehen. Ihre Gebete und Ihre Unterstützung machen sie möglich. Gemeinsam schenken wir Menschen, die so viel Leid, Ablehnung und Verfolgung ertragen haben, Licht und Gemeinschaft.
Ein besonderer Dank gilt allen, die uns Karten, Poster und ermutigende Briefe geschickt haben. Unsere Freunde bewahren sie wie einen Schatz auf und senden Ihnen herzliche Grüße zurück.
Tanya
Projekt „Vergesst sie nicht“
Spendeninformation für dieses Projekt
Christliche Freunde Israels
IBAN: DE19 7009 1500 0000 7322 30
BIC: GENODEF1DCA
Volksbank Raiffeisenbank Dachau EG
Verwendungszweck: Vergesst sie nicht
